Mitte Februar 2019

 

Hurra, unser Flieger ist wieder da. Die Motorenreparatur war eine schwere Geburt. Austro Engines hat den Motor in sämtliche Einzelteile zerlegt und mit einer neuen Kurbelwelle wieder aufgebaut. Dann wurde der Motor wieder zurück zur Firma Lindner geschickt. Leider kam er dort nicht auf Anhieb vollständig an und so dauerte es und dauerte es und und .

Endlich war dann alles bei Lindner vor Ort, bemerkte man einen weiteren Fehler. Die Umlenkrolle für den Zahnriemen hatte sich auch von der Welle gelockert und musste bei Schleicher nachbestellt werden. Und dann mussten wir noch mal eine Ewigkeit warten bis einmal der Nebel bei den Schwaben verzogen war und  der Werkstattleiter den Abnahmeflug und Probeflug in Biberach machen konnte. Aber soweit schein alles in Ordnung zu sein. Die Rechnung in Form eines neuen Kleinwagens wurde schweren Herzens auch überwiesen. Zum Glück teilt sich das bei uns durch 5 Piloten. Letztes Wochenende haben wir die KONI wieder aufgebaut und bald darf sie wieder in die Luft.

Donnerstag 18.April

Das Osterwochenende steht vor der Tür und es soll super Wetter geben.

Schon heute haben Klaus und Dirk frei genommen und wollen einen schönen Saisonstart hinlegen. Bei strahlend blauen Wetter steht die KONI am Start. Der Motor springt tadellos an und läuft sauber und ruhig. Ist doch der erste Start, nach komplett zerlegtem Mortor, ein kleiner Nervenkitzel. Aber alles verläuft nach Plan. Vom Jochberg aus geht es nach Osten. Am Sylvensteinspeicher haben wir den ersten 4,5 m/s Bart. Das gibt Hoffnung auf einen super Flug.

Wir gleiten weiter. Aber auf den nächsten Kilometern ist die Luft wie tot.

Selbst an den Südhängen bei Kufstein kein Zupferer. Da es nun eh schon wurscht ist, überqueren wir das Inntal und sehen einen Segelflieger an einer Kiesgrube im Osten kreisen. Dort finden wir endlich wieder einen Bart der uns nach oben bringt. Weiter geht es Richtung Zell am See. Die Luft ist nach wie vor ruhig und nur selten findet man einen richtigen Bart.

Erst im Pinzgau läuft es etwas besser. Unseren Plan heute den Hauptkam nach Süden zu queren, lassen wir lieber, da auf der Südseite aus unserer Sicht 8/8 Bewölkung und geschlossenen Wolkendecke zu sehen ist. Später sehen wir im OLC, das trotzdem gute Strecken im Süden geflogen wurden.

Wir wenden und fliegen weiter Richtung Westen. Vorbei an der Nordkette bei Innsbruck  liegt eine dicke Abschirmung vor uns und wir finden ab Imst kein Steigen mehr. So gleiten wir heim und schließen den ersten Saisontag mit einem Feierabendbierchen.

Sonntag 21.April 2019

Nachdem die KONI 2 Tage am Boden stand, weil alle Crewmitglieder familiär gebunden waren, sind heute Frieder und Dirk am Start.

Wieder bei wolkenlosem Himmel geht es Richtung Osten. Die Thermik ist heute etwas zuverlässiger als am Donnerstag aber die Steigwerte sind nicht so üppig, so dass wir nur langsam vorwärts kommen. Erst ab Querung der Tauernautobahn nimmt die Sache fahrt auf. Hier stehen dann ab Liezen auch die ersten Wölkchen auf der Südseite. So wenden wir gegen 15.00 Uhr  beim Schoberpass südöstlich von Trieben und fliegen im Teamflug mit unseren Vereinkollegen Markus und Norbert in der D-KLJP einer ASH25E auf der Südseite nun mit Kurs Lienz. Jetzt ziehen die Wolken richtig gut, so dass wir schnell in Zeltweg nach einer Freigabe für die Lufträume fragen müssen. Wir bekommen 10500ft, was fast der Basis entspricht. Von nun an macht es richtig Spass zu zweit im Team vorzufliegen, Steigwerte mit 4-5 m/s sind jetzt auch mal drin. Hierbei sind auch die tollen Bilder entstanden. Gegen 16:30 Uhr sind wir südlich Lienz im Lesachtal, und ändern den Kurs Richtung Sterzing. Noch läuft es super und wir kommen beide gut voran. Bei Bruneck sehen wir die letzte Wolke und wir tanken noch einmal richtig auf mit der Tageshöhe von 3700m. Es ist nun 17.15 Uhr und nach Westen ist alles blau. Wir gleiten entlang der Südhänge aber es bleibt ruhig. Erst vorne bei  Sterzing finden wir noch einmal zwei Bärtchen , die uns 300m höher bringen. Wir haben nun Endanflughöhe auf Ohlstadt mit 180m plus. Das wird knapp. Es ist nun 18.00 Uhr und wir gleiten los, mit Kurs Nord. Im Formationsflug bekommen wir von Innsbruck die Freigabe direkt zur Nordkette durchzugleiten. In 1600m kommen wir unterhalb vom Skigebiet Rosskopf an , vielleicht noch 400m über Seefeld. Es schaut schon seltsam aus , wenn man sich nun noch durch das Gebirge bei Scharnitz durchschlengeln muss. Der D-KLJP wird die Sache zu heiss, da sie auch nochmal 70m unter uns ist, und sie zünden den Motor, und schippern so nach Hause. Da es ja nach Mittenwald wieder bergab geht und wir immer noch theoretisch im Gleitbereich zu Ohlstadt sind, fliegen wir mal vorsichtig weiter , entlang der noch sonnenbeschinenen Hänge.  Und tatsächlich, in 450m über Grund, finden wir bei Krün noch einen 30cm Bart. Frieder, unser Spezialist fürs Feingewinde schneiden, kurbelt und kurbelt und nach  einer halben Stunde haben wir dann auch praktisch endlich unsere Endanflughöhe. Weil , da steht ja auch noch das Estergebirge im Weg, welches man umfliegen muss. Und so kommen wir nach 7h wieder glücklich zu Hause an.